Oberste Priorität hat die hohe Verfügbarkeit – In der Betriebsphase angekommen

Zur WAB-Pressemitteilung über das Branchentreffen auf der WINDFORCE 2017 vom 9. bis 11. Mai in Bremerhaven.

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Bundesnetzagentur veröffentlicht Ausschreibungsergebnisse

Haben Sie Lust unsere Pressemitteilung zu lesen, dann klicken Sie auf den nachfolgenden Link.

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WAB-Gemeinschaftsmessestand auf der Offshore Wind Energy in London 2017

Auch in diesem Jahr ist die WAB auf der internationalen Windenergiemesse Offshore Wind Energy vom 6. bis 8. Juni 2017 in London mit einem Gemeinschaftsmessestand vertreten, kommen Sie uns besuchen oder überzeugen Sie sich von unserem Standkonzept.
 
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Auftaktveranstaltung der WINDFORCE 2017

Wir freuen uns auf die Auftaktveranstaltung der WINDFORCE 2017, die von Andreas Wellbrock, Geschäftsführer des WAB e.V., Martin Günthner, Senator für Wirtschaft und Häfen sowie Senator für Justiz und Verfassung der Freien Hansestadt Bremen, Rainer Baake, Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und Dr. Markus Tacke, CEO der Division Wind Power des Siemens Energy Sectors, eröffnet wird.
 
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Onshore Interview


Vorzieheffekte treiben die Windenergie

 

An Land eilt die Windbranche von einem Rekord zum anderen. Hinter den beachtlichen Ausbauzahlen stehen Vorzieheffekte, aber auch effizientere Technologien und die Politik. Sie will mit Ausschreibungen einen Systemwechsel herbeiführen, den Günter Eschen kritisch bewertet. Er leitet die bundesweite Projektplanung der Bremer Energiekontor AG.

WAB: An Land hat die Windenergie mit einer neu installierten Leistung von 4.750 Megawatt eine neue Rekordmarke geknackt. Worauf lässt sich dieser enorme Zuwachs zurückführen?

Foto-Günter-Eschen-Energiekontor

Günter Eschen hält einen Einschnitt beim Zubau für möglich, wenn die Ausschreibungen für Windenergieleistung kommen.  

   

Eschen: Natürlich hat die Novellierung des EEG zu einer Verunsicherung in der Branche geführt. Deshalb haben viele Projektierer versucht, die mit langen Vorlaufzeiten verbundenen Windparkplanungen noch unter dem alten EEG umzusetzen. Dieses Vorgehen ist systemimmanent, da eine Veränderung der Vergütungsgrundlagen auch zu einem erheblichen Klärungsbedarf in der Projektfinanzierung führen wird. Parallel dazu ist die neuste Anlagengeneration, die sich durch eine erhöhte Wirtschaftlichkeit aufgrund von größeren Rotordurchmessern und Nabenhöhen auszeichnet, in die Umsetzung gelangt. Erfreulicherweise haben auch die Genehmigungsbehörden dieser Entwicklung Rechnung getragen. In vielen Landkreisen wurden zum Beispiel die Regelungen zur Höhenbegrenzung gelockert und nach oben angepasst. So können an vielen bereits akquirierten Standorten extrem leistungsstarke Anlagen errichtet werden, die eine bessere energetische Ausnutzung gewährleisten.

WAB: Für dieses und das kommende Jahr rechnen die Branchenverbände mit einem ähnlich hohen Niveau, ab 2017 folgen dann die Ausschreibungen. Wird dieser Wechsel einen Einschnitt beim Zubau bedeuten?

Eschen: Der im EEG 2.0 zugrunde gelegte zweite Systemwechsel, das heißt das ab 2017 avisierte Ausschreibungsverfahren, ist mit einer großen Verunsicherung im Markt verbunden, da die Rahmenbedingungen noch nicht bekannt sind. In der Folge werden die Projektentwickler versuchen, für möglichst viele Projekte noch eine Genehmigung bis Ende 2016 zu erhalten, um damit verlässliche Parameter für die Finanzierung zu haben. Aufgrund unserer Erfahrungen mit Ausschreibungen in ausländischen Märkten stehen wir diesem Systemwechsel kritisch gegenüber. Wir gehen davon aus, dass ein unnötiger Einschnitt im Zubau die Folge sein wird.

WAB: Vielfach wird darauf hingewiesen, dass bei Ausschreibungsmodellen Genossenschaften oder Bürgerbeteiligungsmodelle hinten runterfallen könnten. Lassen sich Windkraftwerke ohne die Option einer Partizipation vor Ort noch umsetzen?

Eschen: Das hängt von den Konditionen des Modells ab. Es ist aber auf alle Fälle davon auszugehen, dass der Marktzugang erschwert wird.

WAB: Wie stellen sich Projektierer wie Energiekontor auf den Paradigmenwechsel ein?

Eschen: Zunächst einmal versuchen wir natürlich vor allem auf regionaler Ebene den Paradigmenwechsel mitzugestalten. Parallel werden intern in mehreren Arbeitsgruppen die Entwicklungs- und Planungsprozesse geprüft, um die Wirtschaftlichkeit der Projekte zu erhöhen.

WAB: Das Repowering macht inzwischen einen bedeutenden Anteil am Zubau aus. Könnten ältere Windenergieanlagen bezüglich der Ausschreibungen eine Rolle spielen, weil zumindest die Flächen und Ertragswerte vorhanden sind?

Eschen: Wir konnten bisher eine Reihe von Projekten repowern, der wahre Durchbruch konnte aber bisher nicht erreicht werden. Durch die Novellierung des EEG im August 2014 wurde das Repowering vielmehr doppelt belastet: zum einen durch den Wegfall des Repowering-Bonus, zum anderen durch die Anpassung des Referenzertragsmodells. Letzteres hat die Vergütung zulasten von windstarken Standorten stark beschnitten, was zum Teil zu einer derzeit nicht wirtschaftlichen Umsetzung von Repowering-Projekten geführt hat. Nach dem derzeitigen Stand haben sich die Rahmenbedingungen für ein Repowering zwar deutlich verschlechtert, es ist jedoch nach wie vor möglich. Der erklärte politische Wille für die effektive Nutzung von Potenzialflächen ist durch die Abzugsfähigkeit des Rückbaus von Altanlagen auf den Windenergie-Ausbaukorridor erhalten geblieben, reicht jedoch als Motivation für ein effektives Repowering nicht aus. Inwieweit sich das für das Jahr 2017 im Rahmen der erneuten Anpassung des EEG bevorstehende Ausschreibungsverfahren für Repowering-Projekte als fördernd erweisen wird, bleibt abzuwarten.

WAB: Die Politik lässt durch die verpflichtende Direktvermarktung des Stroms nur noch den Weg an die Börse zu. Händler fordern aber eine Alternative und haben dafür ein neues Grünstrom-Markt-Modell entwickelt. Kann der lokale oder regionale Bezug von Windstrom die Wirtschaftlichkeit von Projekten verbessern?

Eschen: Die verpflichtende Direktvermarktung ist sicherlich für einige Marktteilnehmer eine große Herausforderung. Wir als Energiekontor mit einem entsprechenden Eigenparkbestand arbeiten bereits seit mehreren Jahren mit namhaften Direktvermarktern zusammen und sehen uns hier gut aufgestellt. Natürlich wäre es wünschenswert, dass der produzierte Strom lokal beziehungsweise regional seinen Absatz findet, was sicherlich zu einer Erhöhung der Akzeptanz führen würde und auch volkswirtschaftlich sinnvoll wäre.

Das Interview führte Torsten Thomas.

Foto: Energiekontor